Die Zeiten, in denen die großen Energieversorgungs-Unternehmen nach Lust und Laune die Strompreise bestimmen konnten, sind gottlob vorbei. Strom wird rund um die Uhr benötigt, nicht nur in der Industrie, sondern in fast jedem Haushalt. Dass der Strom hierbei “aus der Steckdose kommt”, ist eine komfortable Angelegenheit. Nicht so in der Regel die Stromrechnungen.
Durch die “Öffnung des Energiemarktes”, das heisst, dass jedes Energieversorgungs-Unternehmen bundesweit Strom liefern darf, da das bestehende Stromnetz von allen Anbietern genutzt werden kann, ist ein verhältnismäßig harter Konkurrenzkampf zwischen den Stromlieferanten entbrannt, der als positive Folge für die Verbraucher die Preise eher sinken lässt. Zahlreiche Strom-Vergleichsportale sind seither entstanden, die durch die Vermittlung von wechselbereiten Kunden durchaus ansehnliche Provisionen verdienen können.
Gleichzeitig kommt die Liberalisierung des Strommarktes aber vor allem den Kunden zugute. Nicht selten lassen sich so pro Haushalt 3-stellige Summen im Jahr einsparen. Energieversorgungs-Unternehmen, die in einem Industrieland zwangsläufig Schlüsselstellungen einnehmen, sind – wie könnte es anders sein – vor allem den kurzfristigen Gewinnbestrebungen unterworfen, ihren Anlegern verpflichtet. Eine Lenkung durch den Staat schadet diesbezüglich nicht, was wiederum schwer genug erscheint, sind doch die Lobbyisten der Energieversorger breit aufgestellt. So manch Politiker sitzt im Aufsichtsrat eines Energiekonzernes, wohin er durchaus auch gehört, sofern er die Interessen der Allgemeinheit vertritt und nicht unbedingt die Belange des eigenen Einkommens.
Es bleibt zu hoffen, dass eine Wechselbereitschaft der Verbraucher auch mit einem eigenständigen Denken – nicht nur in finanzieller Hinsicht, sondern auch unter Aspekten des Umweltschutzes und Klimawandels – einhergeht.
