Zahlen, Daten und Fakten zum Wetter in Deutschland

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Im Jahresdurchschnitt ist es in Deutschland 8,2 Grad Celsius kühl, es fallen auf jeden Quadratmeter 760 Liter Regen im Jahr, und die Sonne scheint 1550 Stunden.

Die Durchschnittstemperatur im Sommer (Monate Juni, Juli und August) liegt in Deutschland bei 17,1 Grad Celsius (Mittelwert der Jahre 1981 bis 2010). Der Sommer 2011 fiel mit 16,8 Grad demnach etwas zu kühl aus.

Wetterrekorde Deutschland – Wann hatten wir in Deutschland den wärmsten Sommer und den kältesten Winter?
Wärmster und kältester Winter bzw. Sommer in Deutschland (seit 1755):

Wärmster Sommer: 2003
Wärmster Winter: 2006/07
Kältester Sommer: 1816
Kältester Winter: 1829/30

2010 war weltweit das wärmste Jahr – aber nicht in Deutschland!
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat 2010 als das weltweit wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1850 bezeichnet.
“Die Daten bestätigen den Trend der langfristigen Erderwärmung”, sagte Michel Jarraud, Generalsekretär der WMO. “Die zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen sind alle seit 1998 aufgetreten.” Auch die Dekade von 2001 bis 2010 war mit +0,46 °C gegenüber 1961-1990 so warm wie noch kein anderer 10-Jahreszeitraum seit 1850.

Die Temperaturen in Deutschland folgten nicht dem weltweiten Trend: In Deutschland lag 2010 die Durchschnittstemperatur mit 7,9˚C unter dem langjährigen Mittelwert von 8,2˚C – allerdings erst zum zweiten Mal seit 13 Jahren.

Dauerregen – Welcher Ort in Deutschland hält den Regenrekord?
Die größte Niederschlagsmenge innerhalb von 24 Stunden fiel am 12. August 2002 in Zinnwald im Osterzgebirge: 312 mm (1 mm Niederschlag = 1 Liter pro Quadratmeter Bodenfläche), das entspricht 312 Liter Regen auf einer Fläche von einem Meter Länge und einem Meter Breite.

Weitere Wetterrekorde in Bezug auf die Regenmenge in Deutschland:
Die größte Regenmenge in kurzer Zeit fiel in Füssen (Allgäu) mit 126 mm Regen innerhalb von 8 Minuten (25.5.1920).

Die höchsten monatlichen Niederschlagsmengen: 777 Liter pro Quadratmeter (777 mm) im Mai 1933 in Oberreute/Kreis Lindau (Bodensee) und im Juli 1954 in Stein/Kreis Rosenheim (Oberbayern). Zum Vergleich die durchschnittliche Niederschlagsmenge für Deutschland betrug im Jahr 2009 812 mm. Dort fiel demnach innerhalb eines Monats der gesamte Regen eines ganzen Jahres.
Zum Vergleich einige Zahlen aus dem deutschen Sommer 2011: Besonders verregnet war der Sommer 2011 an der Ostsee in Rostock: Auf 632 Liter pro Quadratmeter summierten sich die Regenmengen von Juni, Juli und August. Dort regnete es in den 92 Tagen des Sommers mehr als sonst in einem ganzen Jahr.

Im Vergleich dazu waren die Regenfälle in Hamburg mit ununterbrochenem Regen von Freitag bis Sonntag (4. – 6. Februar 2011) fast unerheblich: An diesen drei Tagen fielen täglich nur 20 bis 30 mm Regen pro Quadratmeter.
Die meisten Regentage eines Jahres verbuchten übrigens die Campell Inseln südlich von Neuseeland mit 325 Tagen für sich.

Regentage – In welchen Städten regnet es am meisten?
Die meisten Regentage hat Halle a. d. Saale abgekommen, aber auch in Köln gab es überdurchschnittlich viele Regentage. Dies galt zumindest für das Jahr 2004. Auch in Essen, Mülheim, Wuppertal und Bochum waren mehr als die Hälfte des Jahres 2004 Regentage.

Niederschlagsmenge – Wo regnet es in Deutschland am meisten?
Regnet es in Hamburg mehr als in München?
Gibt es Bundesländer mit überdurchschnittlich viel Niederschlag?

Eine Analyse der Niederschlagsmengen im Jahre 2009 verdeutlicht, dass es in der Tat deutliche Unterschiede zwischen einzelnen Bundesländern in Bezug auf die Regenmenge gibt. Im Durschnitt lag die Niederschlagsmenge für Deutschland im Jahr 2009 bei 812 mm. Dieser Wert liegt nur 3 Prozent über dem langjährigen Mittel. Während es in Berlin nur 624 mm geregnet bzw. geschneit hatte, lag die Niederschlagsmenge in Baden-Württemberg bei 967 mm und in Bayern bei 968 mm. Auch Hamburg lag mit einer Niederschlagsmenge von 750 mm noch deutlich hinter Bayern. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es 2009 in Hamburg weniger geregnet hat als in München. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben den wenigsten Regen mit 613 mm bzw. 585 mm abbekommen.

Durchschnittstemperatur Deutschland – Kennen Sie die Jahres-Durchschnittstemperatur?
Die höchsten Durchschnittstemperaturen der letzten 100 Jahre stammen alle aus den vergangenen Jahren. Trotzdem liegt die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland noch unter 10°C (exakt 8,2° C).

Tiefsttemperaturen in Deutschland – An welchen Orten war es am kältesten?
Das es auf der Zugspitze sehr kalt sein kann, ist nicht überraschend (-35,6°C). Noch kälter war es in Hüll, Wolznach mit -37,8°C.
Auch in Hamburg lagen die tiefsten Temperaturen nahe -30°C (exakt: 29,1°C). Ähnliche Tiefsttemperaturen wurden auch aus München gemeldet: -30,5° (Stand 8-2007).

Sonnenstunden – Welches Bundesland bekommt die meiste Sonne ab?
Scheint die Sonne im Sommer in Hamburg weniger als in Bayern? Nein!
Es gab im Sommer 2009 aber deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern in Bezug auf die Sonnenstunden: Über die meisten Sonnenstunden durfte sich das Saarland freuen. Am wenigsten Sonne bekamen die Menschen in Thüringen ab.

Quelle: Deutscher Wetterdienst 2011

 

Autor: Detlef Nachtigall

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